zum inhalt
Unser Motto: GERMERING BEWEGEN. GRÜN. - Clicken Sie aufs Bild, wenn Sie uns kontaktieren möchten.

08.07.2015

Das etwas andere Stadtradeln: 1. Critical Mass in Germering

Critical Mass (CM) ist eine kreative Form einer Straßenaktion, die es seit vielen Jahren in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden gibt. Ihre Rechtsgrundlage ist § 27 Abs. 1 der StVO. Der erlaubt es, dass 16 oder mehr Radfahrer/innen einen geschlossenen Verband bilden dürfen. Dieser bewegt sich im Straßenverkehr wie ein einziges Fahrzeug. Er nutzt eine Fahrspur in der ganzen Breite, d.h. es wird zu zweit nebeneinander geradelt. Benutzungspflichtige Radwege müssen als Verband nicht befahren werden.

Nach dem Selbstverständnis einer CM ist das Radeln als geschlossener Verband mehr als nur eine Spaßaktion. Es ist zugleich eine Werbemaßnahme fürs Radeln - gerade im städtischen Bereich, wo in der Regel nur kurze Strecken zurückgelegt werden, ist das Rad das ideale Fortbewegungsmittel.

Mit CM-Fahrten möchten die Beteiligten darauf aufmerksam machen, dass sie ebenso wie motorisierte Fahrer/innen Teil des Straßenverkehrs sind. Das Motto lautet: „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!" Es geht um ein friedliches Miteinander im Straßenverkehr auf gleicher Augenhöhe.

Wer solche Aktionen organisiert? Niemand! Die CM organisiert sich selbst. Das Zusammentreffen geschieht mehr oder weniger zufällig. Wann und Wo erfährt man durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder auf digitalem Wege.

Das hat am Montagabend bei der 1. Critical Mass in Germering hervorragend funktioniert.

17 Radlerinnen und Radler sammelten sich zum Start vor der Stadthalle und fuhren dann als geschlossener Verband durch die Untere Bahnhofstr., Augsburger Str., Münchener Str., Landsberger Str. und über die „Spange" und Hartstr. zurück ins Zentrum.

Ob es in Germering weitere CM-Fahrten geben wird, bleibt abzuwarten, denn es gibt – siehe oben – keine Organisatoren.

29.06.2015

Heller Unsinn

Gegen die Stimmen der GRÜNEN hat der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss (UPA) des Stadtrats beschlossen, dass es in Germering künftig keine städtische Weihnachtsbeleuchtung mehr geben wird. Statt dessen sollen die Otto-Wagner-Straße (Höhe Cafe Gaßner) und die Untere Bahnhofstraße (Höhe Bäckerei Rackl) von Mitte November bis Ende Januar mit absolut weihnachtsunverdächtigen Leuchtelementen illuminiert werden. In der Sitzung war von „Winterbeleuchtung" die Rede.

Mehr über dieses Vorhaben ist dem Artikel „Abschied vom Advent" in SZ-online vom 24.06.2015 zu entnehmen. Dort gibt es auch eine Bildmontage, die zeigt, wie die „winterbeleuchtete" Untere Bahnhofstraße zwischen Kleiner Stachus und S-Bahn-Unterführung aussehen wird.

Wir halten dieses Vorhaben aus mehreren Gründen für Unsinn und haben deshalb als einzige im UPA dagegen gestimmt. Unsinn ist es, weil die Ausdehnung der Beleuchtungsdauer auf fast drei Monate im Widerspruch steht zum klimapolitischen Ziel der Stadt, den Energieverbrauch zu reduzieren, siehe Agenda 21. Die überlange Beleuchtungsdauer ist unseres Erachtens auch eine Zumutung für die Anwohner. Ein Dorn im Auge sind uns außerdem die hohen Anschaffungskosten: etwa 80.000 Euro, doppelt soviel wie geplant. Last but not least: Wir finden die ausgewählte Beleuchtung – Produktname „Celebration" - scheußlich. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wir sind gespannt auf das Urteil der Öffentlichkeit. In ein paar Monaten werden wir's erfahren.

25.06.2015

Demo gegen Besuch der AfD-Politikerin B. von Storch in Germering

Eine Großdemo war's leider nicht. Aber auch die Zahl der AfD-Anhänger, die in die Germeringer Stadthalle zum Vortrag der AfD-Politikerin Beatrix von Storch eilten, war überschaubar. Im Amadeussaal soll's ziemlich leer gewesen sein. Gut so.

Organisiert hatte die Kundgebung das Münchner Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt", das von unserer Bundestagsabgeordneten Beate Walter-Rosenheimer unterstützt wird. Sie selbst konnte aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen. Dabei waren unsere grüne Kreisjugend und GRÜNE aus den Kreisverbänden Fürstenfeldbruck und Starnberg. Prominentester Teilnehmer: der grüne Landesvorsitzender Eike Hallitzky, der die Demo mit einer Ansprache eröffnete.

22.06.2015

Germering soll eine Cewestraße bekommen. Was bedeutet eigentlich "Cewe"?

Eine Cewestraße in Germering wünscht sich der örtliche Cewe-Geschäftsführer

Ohne Debatte hat der Hauptausschuss des Stadtrats in seiner letzten Sitzung mit 9:6 Stimmen dem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, einen Abschnitt der Oskar-von-Miller-Straße umzubenennen in Cewestraße. Die SPD-Fraktion folgte mit ihrem Antrag einem drängenden Wunsch des örtlichen Cewe-Geschäftsführers. In den Regionalteilen der Süddeutschen Zeitung und des Merkur wurde ausführlich über den Beschluss berichtet.

Unser Mitglied Gisela Trinkwitz schrieb dazu folgenden Leserbrief:

Vor (Um-)Benennung einer Straße wird üblicherweise sorgfältig geprüft, ob der geplante Name unbedenklich ist. Eine solche Prüfung wurde offenkundig weder von der antragstellenden SPD-Fraktion noch von der Verwaltung durchgeführt. Zwar ist Cewe Color zweifelsohne ein exzellentes Unternehmen, aber zu klären wäre gewesen: Für wen oder was steht eigentlich das Kürzel „Cewe"?

Die Antwort ist dank Internet rasch gefunden: Der Firmengründer Heinz Neumüller nahm zu Ehren seines Schwiegervaters Carl Wöltje dessen Namensinitialen „CW" in die Firmenbezeichnung auf. Wöltje (1886 – 1963) war ein in Oldenburg tätiger, sehr erfolgreicher Fotograf und Geschäftsmann. So weit, so gut.

Gar nicht gut war aber seine Rolle während der NS-Zeit. „CW" wurde am 1. Mai 1933 - also sofort nach der Machtergreifung – Mitglied der NSDAP. Darüberhinaus war er von 1934 bis 1942 Mitglied der Deutschen Arbeitsfront, seit 1933 des NS-Reichsbundes für Leibesübungen und von 1934 bis 1943 der Nationalistischen Volkswohlfahrt, wo er die Funktion eines Blockhelfers innehatte. Außerdem trat er 1934 für kurze Zeit dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps bei, einer paramilitärischen Unterorganisation der NSDAP, die in hohem Maße an der Deportation jüdischer Menschen beteiligt war. Dieses und noch mehr ist nachzulesen in „Wissenschaftliche Untersuchung der Straßennamen der Stadt Oldenburg" vom 6.11.2013, erstellt vom Institut für Geschichte an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.

Kurzum: Carl Wöltje war durch und durch ein Nazi. Ihn in Germering mit einer „Cewestraße" zu ehren, deren Namen auf seinen Initialen basiert, wird – sofern der Stadtrat dem Beschluss des Hauptausschusses folgt – viel Applaus von rechts außen bringen. Dass die Germeringer SPD wenig sensibel ist für die üble deutsche Vergangenheit, hat sie schon bei anderer Gelegenheit (Stichwort: „Wifo-Buch" von Hans-Dieter Götz) hinreichend bewiesen.

Germering, 21. Juni 2015
Gisela Trinkwitz

SOMMERPAUSE !
Wir wünschen allen einen schönen, entspannten Urlaub !

Besuch uns auf Facebook

Grafikteaser mit Text: Partei ergreifen
Grafikteaser mit Text: Komm zur TTIP Demo. 10. Oktober in Berlin.

GRUENE.DE News

Die 39. BDK findet vom 20. bis 22. November in Halle (Saale) statt.

Einnahmen aus Sponsoring fallen gemäß Parteiengesetz unter sonstige Ausgaben und müssen im Rechenschaftsbericht nicht gesondert ausgewiesen werden. Der Bundesverband von Bündnis 90 / Die Grünen veröffentlicht beides auf freiwilliger Basis.

Wie finanzieren sich Parteien? Benedikt Mayer, Bundesschatzmeister, über Veröffentlichungsgrenzen und Motive von SpenderInnen.