Null Punkte für das Tagungshotel

Das Tagungshotel mit „mindestens 100-120 Zimmern", das nach den Vorgaben für den derzeit laufenden Ideenwettbewerb auf dem Marktplatz situiert werden soll, kommt bei den Germeringer Bürgerinnen und Bürgern gar nicht gut an. Das zeigte die Debatte in der diesjährigen Bürgerinnen- und Bürgerversammlungen. Nicht nur wir Grüne nutzten die Gelegenheit, um in der Öffentlichkeit erneut deutlich zu machen, weshalb wir diese „Idee" ablehnen. Gemeinsamer Tenor aller Wortmeldungen zum Thema Tagungshotel war: Der große Stadtplatz ist für uns Bürgerinnen und Bürger viel zu kostbar, um ihn mit einem Tagungshotel zuzubauen.

»  „Unmut auf Bürgerversammlung" im Regionalteil der SZ vom 2.12.2015

Ominöse Quadratmeter

Es war nur ein Randthema, aber kein unwichtiges, das bei der Bürger- und Bürgerinnenversammlung in der Debatte über das Tagungshotel an der Stadthalle angeschnitten wurde. Ein Bürger meldete sich zu Wort, dem aufgefallen war, dass es zwei unterschiedliche Textversionen für die Auslobung des Ideenwettbewerbs gibt. Der offizielle, vom Wettbewerbsbetreuer Landherr Architekten veröffentlichte Text ist nicht identisch mit dem Text, der dem Stadtrat im Juli als Beschlussvorlage zur Verfügung stand. Wie kann das sein?

Seine Frage wäre eventuell untergegangen, weil er nicht – wie gewünscht - ad hoc ein konkretes Beispiel parat hatte. Wir konnten aushelfen. Um nur ein Beispiel zu nennen: In beiden Textversionen ist von „ca. 1-2 Seminarräumen" die Rede. Aber nur im öffentlichen Auslobungstext ist (auf Seite 20) zu lesen, dass die Fläche für den Bereich „Veranstaltung, Seminar, Tagung" eine Größe von ca. 600 (!) qm haben soll. 600 qm für „ca. 1-2 Seminarräume"? Wer hätte das gedacht!

Von wem die qm-Angaben stammen und wie sie in die öffentliche Auslobung gelangt sind, konnte an dem Abend weder der OB noch der Stadtbaumeister erklären. Seltsam.

TTIP, CETA und co - die Demokratiebremse

250.000 Menschen haben im Oktober in Berlin gegen TTIP, CETA & co demonstriert und damit ein starkes Zeichen für Demokratie, soziale Rechte, Umwelt- und Verbraucherschutz gesetzt. Dieser massiven Mobilisierung einer kritischen Zivilgesellschaft steht eine immer dreistere Kampagne der großen Industrieverbände und nicht zuletzt auch des Wirtschaftsministeriums gegenüber, die die Bewegung diskreditieren und ihre Argumente verunglimpfen soll. Darauf muss es eine klare Grüne Antwort geben.

Sven Giegold, Sprecher der Abgeordneten von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Europaparlament, legt in seinem Artikel "TTIP, CETA & co – die Demokratiebremse" dar, warum TTIP, CETA & co gestoppt werden müssen, und fordert einen Neustart der Europäischen Handelspolitik. Er hat uns den Artikel freundlicherweise für unsere WebSite zur Verfügung gestellt.

» hier der Artikel

Auf Schatzsuche in Germering

Wie kamen vor über 4000 Jahren die beiden einzigen Silber-Reifen Bayerns nach Germering, obwohl es damals bei uns noch gar kein Silber gab? Und woher stammten sie? Diese und viele weitere Fragen lassen sich jeden Sonntag von 10 bis16 Uhr im Germeringer Stadtmuseum beantworten.

Die kleine, aber unbedingt lohnenswerte Dauerausstellung im Museum "ZEIT+RAUM" in der Domonter Straße 2 zeigt archäologische Fundstücke aus jeder geschichtlichen Epoche seit dem Ende der letzten Eiszeit. Damit bietet die Stadt einen praktisch lückenlosen Überblick über alle wesentlichen Siedlungsphasen. Vergleichbares sucht in Bayern seinesgleichen. Andernorts sind meist nur Funde aus sehr begrenzten geschichtlichen Zeitabschnitten zu finden. Alle im Stadtmuseum ausgestellten Artefakte fanden sich im Germeringer Boden.

Der Stadtarchivar, Herr Guckenbiehl, bringt einen Großteil seiner Arbeitszeit dafür auf, diese Schätze aus den Baustellen unserer Stadt zu bergen. Er macht dadurch die versteckte Historie Germerings wieder sichtbar. Dass sich ein Besuch im Museum "ZEIT+RAUM" lohnt kann der Ortsverband der Germeringer GRÜNEN bestätigen, der anläßlich einer Führung viele Details zur Geschichte unserer Heimat erfahren durfte. [PM]

GRÜNE zu Besuch beim TSV UG

Auf Einladung des neuen Vorsitzenden des TSV Unterpfaffenhofen-Germering, Herrn Elste, machte sich der Ortsverband der Germeringer GRÜNEN persönlich ein Bild von der vorbildlichen Arbeit des Sportvereins. Nach einer intensiven Aussprache zeigten sich die Kommunalpolitiker beeindruckt von dem umfangreichen Sportangebot des TSV, mit dem vor allem der Breitensport gefördert wird. Besonderer Schwerpunkt ist dabei der Jugendsport. Die Bedeutung des Vereins für die Stadt zeigt sich auch darin, dass immerhin etwa 10 Prozent der Germeringer Einwohner eine Mitgliedschaft haben.

Die bisher positive finanzielle Situation, von der der Vorstand berichtete, wird derzeit getrübt durch umfangreiche und teure Umbaumaßnahmen, die durch neue Brandschutzvorgaben notwendig sind. Ein Problem, das auch die Stadt kennt, beispielsweise von der langwierigen Sanierung der Stadthalle vor einigen Jahren. Besonderes Lob gebührt den ehrenamtlichen Übungsleitern und dem Vorstand, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Verein gänzlich ohne festangestellte Mitarbeiter zu führen. - Eine Besichtigung des vereinseigenen Gebäudes rundete den Besuch ab.

Pressemitteilung: Die Rückkehr des Hotels?

Negativ überrascht zeigten sich viele Besucher des Germeringer Marktsonntags, als sie am Stand der GRÜNEN über die neuesten Hotelpläne der Stadt Germering informiert wurden. Im Juli diesen Jahres wurde im Stadtrat gegen die Stimmen der grünen Fraktion der Auslobungstext zu einem städteplanerischen Ideenwettbewerb für eine Bebauung des Samstagsmarktes mit einem Tagungshotel beschlossen. So steht im Text: "Angedacht sind mindestens 100-120 Zimmer, sowie in Ergänzung der vorhandenen Räume in der Stadthalle ca. 1‐2 Seminarräume". Des Weiteren fordert die Stadt "Nutzungen wie ein öffentlich zugängliches Restaurant und Café mit Freischankfläche, sowie optional auch Einzelhandelsnutzungen in der Erdgeschosszone".

Damit ähnelt dieser Plan einem Projekt, welches 2008 in einem Bürgerentscheid bereits eindeutig abgelehnt worden war. Über 74 Prozent der Wähler stimmten damals für das Bürgerbegehren mit dem Text "Sind Sie für den Erhalt des Platzes Ecke Landsberger Straße / Untere Bahnhofstraße als Freifläche und damit gegen die Errichtung eines Hotels auf diesem Platz?".

Die Äußerungen der Besucher am Marktsonntag gaben eindeutig das gleiche Stimmungsbild ab wie damals. Während manche durchaus Verständnis für die Notwendigkeit eines modernen Hotels in Germering zeigten, gab es keinerlei Unterstützung für einen derart großen Baukörper vor der Stadthalle. Man befürchtet, dass dessen notwendige Größenordnung die Entwicklung eines lebendigen und vielseitig nutzbaren Stadtplatzes unmöglich machen würde. Und auch die schon oft beschworene Attraktivitätssteigerung der Stadthalle als Tagungsort durch ein angrenzendes Hotel konnte nicht überzeugen. Denn ein verstärkter Tagungsbetrieb würde die Funktion der Stadthalle als Kultur- und Bürgerzentrum beeinträchtigen, zum Nachteil der Germeringer Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Schulen.

Ralph Rückerl
Sprecher der Germeringer GRÜNEN

Tango-Nuevo-Konzert begeistert das Publikum

Die Ankündigung des Konzerts „Luis Borda- Gitarre Solo", das die Germeringer GRÜNEN zum Abschluss der 1. Interkulturellen Woche in Germering veranstalteten, hatte magnetische Wirkung. Etwa 90 Besucher zog es am Freitagabend ins Nachtasyl der Stadthalle. Der Saal war rappelvoll. Kein Wunder, denn Luis Borda ist längst kein Geheimtipp mehr. Der aus Argentinien stammende Komponist und virtuose Gitarrist gilt als bedeutendster Vertreter und Erneuerer des Tango. Seine Musik ist geprägt vom Tango, aber auch von der Harmonik und Rhythmik des Jazz und der Sinnlichkeit des Flamenco.

Dass hier ein Welt-Musiker auf der Bühne stand, hörten und spürten die Zuhörer von der ersten Minute an und feierten die Performance dieses eindrucksvollen Künstlers mit heftigem Zwischen-Applaus und begeisterten Zurufen.

Luis Borda toppte seinen faszinierenden Auftritt gegen Ende der Veranstaltung noch mit einer Überraschung: Er hatte einen Gast mitgebracht, den ebenfalls aus Argentinien stammenden, in Germering lebenden Geiger Juan Roqué Alsina. Gitarre und Violine – ein selten zu hörendes Duo, das dem Publikum ein einzigartiges, unvergessliches Musikerlebnis bescherte.

Erst nach mehreren Encores, die mit anhaltendem Beifall und Bravo-Rufen „eingefordert" wurden, verließen die Konzertbesucher das Nachtasyl – in der Gewissheit, den Höhepunkt der interkulturellen Festwoche erlebt zu haben.

Die Rückkehr des Hotels

„Sind Sie für den Erhalt des Platzes Ecke Landsberger Straße / Untere Bahnhofstraße als Freifläche und damit gegen die Errichtung eines Hotels auf diesem Platz?"

Das war die Frage des Bürgerbegehrens, über das im Herbst 2008 in Germering abgestimmt wurde. Das Ergebnis: 10.781 stimmten mit JA. Das entspricht 74,4 Prozent. Bei einer Beteiligung von 56,8 Prozent.

Formalrechtlich war der Bürgerentscheid für den Stadtrat nur ein Jahr bindend. Nun hat ihn die Stadtratsmehrheit weggewischt wie ein lästiges Übel. Vor der Sommerpause, in der Stadtratssitzung am 14. Juli 2015, wurde zur Durchführung eines Ideen- und Realisierungswettbewerbs gegen die Stimmen der GRÜNEN folgender Auslobungstext beschlossen (Auszug):

„...Die Mitte Germerings soll als öffentlicher und zentraler Ort der Stadt neu geordnet werden, und die Aufenthaltsqualität und Attraktivität des „Therese-Giehse‐Platzes" durch die Situierung eines Stadt‐ und Tagungshotels im Norden der Platzflächen gestärkt werden, siehe hierzu Anlage x Masterplan. Angedacht sind mindestens 100-120 Zimmer, sowie in Ergänzung der vorhandenen Räume in der Stadthalle ca. 1‐2 Seminarräume. Zu integrieren sind weiterhin Nutzungen wie ein öffentlich zugängliches Restaurant und Café mit Freischankfläche, sowie optional auch Einzelhandelsnutzungen in der Erdgeschosszone. ..."

Den vollständigen Auslobungstext finden Sie »hier.

Wir meinen: Ein Baukörper in dieser Größenordnung wird die Entwicklung eines lebendigen und vielseitig nutzbaren Stadtplatzes unmöglich machen. An Vorschlägen zur Belebung des Stadtplatzes hat es im Stadtentwicklungsprozess nicht gemangelt.

Der Hotelbau muss auch im Kontext gesehen werden mit der Frage: Wie geht es weiter mit unserer Stadthalle? Mit dem jetzigen Tagungsbetrieb in der Stadthalle lässt sich kein Hotel wirtschaftlich betreiben. Nach Aussagen von Fachleuten rechnet es sich erst bei einer Auslastung ab 60 Prozent, gemittelt übers Jahr. Dazu müssten Anzahl, Größe und Dauer der Tagungen in der Stadthalle dramatisch gesteigert werden. Völlig offen ist, welche Um- und Zubauten erforderlich wären, um dieses Ziel zu erreichen. Last but not least: Eine Intensivierung des Tagungsbetriebs wird die Funktion der Stadthalle als Kultur- und Bürgerzentrum erheblich beeinträchtigen, zum Nachteil der Germeringer Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Schulen.

Informieren Sie sich über das Thema Hotelbau am kommenden Marktsonntag ab 12 Uhr an unserem Info-Stand am S-Bahnhof-Kreisel, vor der Post. Uns interessiert: Was meinen Sie zu diesem Vorhaben?

Das etwas andere Stadtradeln: 1. Critical Mass in Germering

Critical Mass (CM) ist eine kreative Form einer Straßenaktion, die es seit vielen Jahren in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden gibt. Ihre Rechtsgrundlage ist § 27 Abs. 1 der StVO. Der erlaubt es, dass 16 oder mehr Radfahrer/innen einen geschlossenen Verband bilden dürfen. Dieser bewegt sich im Straßenverkehr wie ein einziges Fahrzeug. Er nutzt eine Fahrspur in der ganzen Breite, d.h. es wird zu zweit nebeneinander geradelt. Benutzungspflichtige Radwege müssen als Verband nicht befahren werden.

Nach dem Selbstverständnis einer CM ist das Radeln als geschlossener Verband mehr als nur eine Spaßaktion. Es ist zugleich eine Werbemaßnahme fürs Radeln - gerade im städtischen Bereich, wo in der Regel nur kurze Strecken zurückgelegt werden, ist das Rad das ideale Fortbewegungsmittel.

Mit CM-Fahrten möchten die Beteiligten darauf aufmerksam machen, dass sie ebenso wie motorisierte Fahrer/innen Teil des Straßenverkehrs sind. Das Motto lautet: „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!" Es geht um ein friedliches Miteinander im Straßenverkehr auf gleicher Augenhöhe.

Wer solche Aktionen organisiert? Niemand! Die CM organisiert sich selbst. Das Zusammentreffen geschieht mehr oder weniger zufällig. Wann und Wo erfährt man durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder auf digitalem Wege.

Das hat am Montagabend bei der 1. Critical Mass in Germering hervorragend funktioniert.

17 Radlerinnen und Radler sammelten sich zum Start vor der Stadthalle und fuhren dann als geschlossener Verband durch die Untere Bahnhofstr., Augsburger Str., Münchener Str., Landsberger Str. und über die „Spange" und Hartstr. zurück ins Zentrum.

Ob es in Germering weitere CM-Fahrten geben wird, bleibt abzuwarten, denn es gibt – siehe oben – keine Organisatoren.

Heller Unsinn

Gegen die Stimmen der GRÜNEN hat der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss (UPA) des Stadtrats beschlossen, dass es in Germering künftig keine städtische Weihnachtsbeleuchtung mehr geben wird. Statt dessen sollen die Otto-Wagner-Straße (Höhe Cafe Gaßner) und die Untere Bahnhofstraße (Höhe Bäckerei Rackl) von Mitte November bis Ende Januar mit absolut weihnachtsunverdächtigen Leuchtelementen illuminiert werden. In der Sitzung war von „Winterbeleuchtung" die Rede.

Mehr über dieses Vorhaben ist dem Artikel „Abschied vom Advent" in SZ-online vom 24.06.2015 zu entnehmen. Dort gibt es auch eine Bildmontage, die zeigt, wie die „winterbeleuchtete" Untere Bahnhofstraße zwischen Kleiner Stachus und S-Bahn-Unterführung aussehen wird.

Wir halten dieses Vorhaben aus mehreren Gründen für Unsinn und haben deshalb als einzige im UPA dagegen gestimmt. Unsinn ist es, weil die Ausdehnung der Beleuchtungsdauer auf fast drei Monate im Widerspruch steht zum klimapolitischen Ziel der Stadt, den Energieverbrauch zu reduzieren, siehe Agenda 21. Die überlange Beleuchtungsdauer ist unseres Erachtens auch eine Zumutung für die Anwohner. Ein Dorn im Auge sind uns außerdem die hohen Anschaffungskosten: etwa 80.000 Euro, doppelt soviel wie geplant. Last but not least: Wir finden die ausgewählte Beleuchtung – Produktname „Celebration" - scheußlich. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Wir sind gespannt auf das Urteil der Öffentlichkeit. In ein paar Monaten werden wir's erfahren.

Germering soll eine Cewestraße bekommen

Ohne Debatte hat der Hauptausschuss des Stadtrats in seiner letzten Sitzung mit 9:6 Stimmen dem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, einen Abschnitt der Oskar-von-Miller-Straße umzubenennen in Cewestraße. Die SPD-Fraktion folgte mit ihrem Antrag einem drängenden Wunsch des örtlichen Cewe-Geschäftsführers. In den Regionalteilen der Süddeutschen Zeitung und des Merkur wurde ausführlich über den Beschluss berichtet.

In einem LB_Cewestr_06-2015Leserbrief an beide Zeitungen hat unser Mitglied Gisela Trinkwitz darüber aufgeklärt, was der Name "Cewe" bedeutet: Er ist verknüpft ist mit dem Namen eines NSDAP-Mitglieds. » Leserbrief lesen

Einblick in die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen"

In der gut besuchten BlackBox der Stadthalle Germering berichtete die Kinderärztin Dr. Franziska Göttle anlässlich unseres Filmabends am 29.4. von ihrer Arbeit für Ärzte ohne Grenzen und über das gute Gefühl, anderen Menschen helfen zu können. Sie hatte 2011/2012 in der pakistanischen Region Belutschistan neun Monate in einer Kinderklinik verbracht, dem einzigen Krankenhaus dieser Art im Umkreis von Hunderten von Kilometern.

Neben den medizinisch-technischen Schwierigkeiten war es belastend, dass die ausländischen Ärzte aufgrund der angespannten Sicherheitslage Wohnhaus und Krankenhaus kaum verlassen durften. Als überaus positiv hob sie die Zusammenarbeit mit den pakistanischen Ärzten und Pflegekräften hervor. Auch als zu einem späteren Zeitpunkt alle ausländischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation das Gebiet aus Sicherheitsgründen verlassen mussten, konnten die lokalen Mitarbeiter die Funktion der Klinik aufrechterhalten.

Wie wichtig der Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in den Krisenregionen dieser Welt ist, wurde auch in dem Film "Living in Emergency" von Mark Hopkins klar, der vor einigen Jahren in Liberia und in der Demokratischen Republik Kongo gedreht wurde und zu Beginn der Veranstaltung gezeigt wurde.

Die anschließende Diskussion beleuchtete einen weiteren Aspekt der Aufgaben von Ärzte ohne Grenzen, nämlich Zeuge zu sein und notfalls auf Menschenrechtsverstöße hinzuweisen, selbst wenn dies die wichtige Neutralität der Hilfsorganisation gefährden kann. Denn Unabhängigkeit und unparteiisches Auftreten sind oft der einzige Weg, schnell Zugang zu den Regionen zu erhalten, in denen humanitäre Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Die Finanzierung von Ärzte ohne Grenzen über Spenden trägt zu dieser Unabhängigkeit ganz wesentlich bei. Dank der Spendenbereitschaft des Publikums konnten wir Frau Dr. Göttle am Ende des Abends 250 Euro zur Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen überreichen.

25 Jahre Klima-Bündnis

Seit 25 Jahren steht das Klima-Bündnis für einen ganzheitlichen Ansatz im Klimaschutz. Mit ihrem Beitritt zum Klima-Bündnis haben sich die mehr als 1.700 Mitgliedskommunen – darunter auch Germering - verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen vor Ort zu reduzieren. An der diesjährigen Mitgliederversammlung nahm Umweltreferentin Angelika Kropp-Dürr (Foto) teil. Sie berichtet:

Die Stadt Germering ist Gründungsmitglied des Klima-Bündnis. Sie kaufte damals ein Teilstück des Kunstwerkes „Projekt GRÜN". Dieses Teilstück hängt in unserer Stadthalle. Das „Projekt GRÜN" fand nun bei einer 3-tägigen Konferenz in Dresden, an der ich teilnehmen durfte, seinen Abschluss. Gleichzeitig gab es Ausblicke auf viele weitere aufregende Projekt, sowohl fortlaufende als auch neue.

Im Laufe der letzten 25 Jahre hat das Klima-Bündnis auch in Solidarität mit den indigenen Völkern des Amazonas gehandelt, die einen großen Beitrag zum Klimaschutz durch den Erhalt des Regenwaldes leisten.

Einen wichtigen Beitrag können auch wir Bürger in Germering beisteuern: Energiesparen, Ausbau regenerativer Energie, CO2-Einsparung etc. sind alles kleine, aber wichtige Bausteine, um unser Weltklima positiv zu beeinflussen.

Die Tagung war auch eine Börse für innovative Ideen und findet nächstes Jahr in Österreich statt.

Angelika Kropp-Dürr
Umweltreferentin Germering

Nächste Baustelle: Stadtplatz

Germering ist im Umbau. Der Kleine Stachus ist nicht die letzte Großbaustelle. Auch die Gestaltung des tristen Areals vor der Bibliothek und Stadthalle muss endlich angepackt werden. Konkrete Planungen gibt es noch nicht.

Wie soll dieser Bereich künftig aussehen? Das ist das Thema unseres Info-Stands am Marktsonntag 3. Mai.

Wir stellen Ihnen ein ziemlich maßstabgetreues Modell (s. Foto) zur Verfügung, liefern das "Baumaterial" - und lassen Sie bauen, ganz ohne Bauantrag.

Wir sind gespannt auf Ihre Ideen und freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Info-Stand. Er befindet sich auf der Nordseite des Therese-Giehse-Platzes, gegenüber der Bühne und ist von 13 bis 18 Uhr besetzt.

Finanzlage gut - trotzdem kein Grund zum Jubeln

Einstimmig hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung den Haushalt 2015 samt Finanzplan bis 2018 verabschiedet. Agnes Dürr (Foto), Fraktionssprecherin von BÜNDNIS'90/DIE GRÜNEN, hob in ihrer Haushaltsrede hervor, dass die derzeit gute Finanzlage der Stadt ein Durchatmen ermöglicht. Eine Reihe großer, wichtiger Baumaßnahmen kann infolge dessen umgesetzt werden. Erfreut zeigte sie sich darüber, dass die Situation im Personalbereich endlich verbessert wird und die Unterstützung der interkulturellen Arbeit beibehalten wird.

Trotzdem gibt es nach Meinung der GRÜNEN keinen Grund zum Jubilieren. Agnes Dürr erinnerte in ihrer Haushaltsrede daran, dass es für die Stadtentwicklung immer noch kein Gesamtkonzept gibt. Ebenso fehlt ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept, um den innerstädtischen Autoverkehr zu verringern. Handlungsbedarf gibt es auch im sozialen Bereich, z.B. sind die Angebote für Jugendliche weiterhin spärlich.

Beitritt zum bayerischen Städtenetzwerk STADTKULTUR

Die Stadtratsfraktion der GRÜNEN hat beantragt, dass Germering dem bayerischen Städtenetzwerk STADTKULTUR e.V. beitritt. Mit dem Beitritt eröffnen sich neue Wege für die Kulturarbeit in Germering.

STADTKULTUR e.V. ist ein Zusammenschluss von etwa 60 bayerischen Städten zur Förderung von Kunst, Kultur und kultureller Bildung. Das Netzwerk bietet die Unterstützung der Kulturarbeit vor Ort, eine Ideen- und Kontaktbörse, die Beteiligung an innovativen Gemeinschaftsprojekten und vieles mehr. Es werden bayernweit Festivals organisiert, wie z.B. 2014 Lokalklang, oder auch Initiativen vor Ort unterstützt. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie Kunst und Kultur.

Weitere Informationen unter www.stadtkultur-bayern.de

Status des Antrags: Der Hauptausschuss des Stadtrats hat in seiner Sitzung am 18. Juni 2015 den Antrag ohne vorherige Debatte abgelehnt.

Mehr ist nicht immer besser

Wie breit sollen die Randsteine sein, mit denen die Fußgängerbereiche am "Kleinen Stachus" eingefasst werden? Über die Frage hatte am letzten Donnerstag der Bauausschuss (UPA) erneut zu beschließen.

Zwei Varianten standen zur Auswahl:
25 oder 40 Zentimeter breit. Preisdifferenz: etwa 40.000 € brutto. Kein Pappenstiel.

Bei 40.000 € Mehrkosten stellt sich die Frage, ob die zusätzlichen 15 Zentimeter denn zumindest optisch ein Gewinn wären.

Dazu UPA-Mitglied Dr. Hadi Roidl (DIE GRÜNEN): "Mehr ist nicht immer besser."

Doch mit der Position blieben die GRÜNEN ziemlich allein. Die CSU-/SPD-Mehrheit votierte für die teurere Lösung.

Dazu ein Kommentar aus den Reihen der Zuhörer*innen:

Man kann den "Kleinen Stachus" noch so sehr aufhübschen: Er ist und bleibt ein Verkehrsknotenpunkt, den täglich Tausende Fahrzeuge passieren. Aufenthaltsqualität: naja, eher gering, gemütlich ist dieser Platz jedenfalls nicht. Da verwundert es schon, dass eine CSU-Stadträtin die Mehrkosten für die breiten Kantensteine mit dem Argument verteidigt, es handle sich schließlich um "das Wohnzimmer unserer Stadt". Um die Auffassung zu teilen, muss man schon ein sehr inniges Verhältnis zum Autoverkehr haben.