Position der GRÜNEN zur Bebauung der Hausäcker

Hausäcker – so heißt das landwirtschaftlich genutzte Areal am südlichen Rand des Altdorfes Germering, zwischen Kirchen- und Heimgartenstraße. Im Flächennutzungsplan sind die Hausäcker als „Außenbereich im Innenbereich“ festgelegt. Eine Bebauung ist damit eigentlich ausgeschlossen. Eigentlich.

In der Beschlussvorlage für die Sitzung des Bauausschusses (UPBA) am 29.11.2016 hat das Germeringer Bauamt dem Stadtrat empfohlen, die Hausäcker zu bebauen und den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern. Eine bauliche Nutzung dieser Fläche ist nach Auffassung der Verwaltung „sinnvoll“. Wir GRÜNE teilen diese Auffassung nicht, wir lehnen eine Bebauung der Hausäcker uneingeschränkt ab. Fraktionssprecherin Agnes Dürr hat unsere Position noch vor der Beratung im UPBA in einer Pressemitteilung dargelegt:

Der Bereich zwischen Kirchenstraße und Heimgartenstraße, die sog. „Hausäcker“, ist im Flächennutzungsplan als „Außenbereich im Innenbereich“ gewidmet. Die Flächen sind landwirtschaftliche Nutzflächen, eine Bebauung ist nicht vorgesehen. Wir GRÜNE sind aus heimatpflegerischen und aus ökologischen Gründen strikt gegen eine Änderung des Flächennutzungsplans und gegen eine Bebauung.

Die Hausäcker prägen mit ihrer landwirtschaftlichen Nutzung und der Rückseitenansicht der Höfe entlang des Heimgartenweges das Ortsbild. Sie bewahren eine früher für das alte Straßendorf typische Fluraufteilung und Ansicht. Das ist eines der letzten Überbleibsel des historischen Dorfcharakters und damit eines der nach Art. 141 der bayerischen Verfassung geschützten kennzeichnenden Orts- und Landschaftsbilder Bayerns.

In Folge der Klimaerwärmung sind größere unbebaute Bereiche innerhalb des Stadtgebiets immer wichtiger. Nur so kann eine ausreichende Durchlüftung und Kühlung des Stadtklimas gewährleistet werden. Am Ortsrand sind in den vergangenen Jahren schon größere Baumaßnahmen verwirklicht worden oder sind noch in Planung, siehe Augsburgerstraße und Handwerkerhof. Der Bereich der „Hausäcker“ als freie Fläche nimmt also an Bedeutung sogar zu.


In der UBPA-Sitzung am 29.11.2016 sollten zwei Plan-Varianten vorgestellt und der Weg frei gemacht werden, um aus den Hausäckern Bauland zu machen. Aber dazu kam es nicht. Kurz vor der Sitzung war bekannt geworden, dass einer der sieben Eigentümer in Gesprächen mit mehreren Stadträten eine sechsstellige Spende an eine Stiftung in Aussicht gestellt hatte, wenn Baurecht geschaffen werde. Eine Ankündigung, die juristisch geprüft werden soll (verbotene Einflussnahme?) und dazu führte, dass der Tagesordnungspunkt abgesetzt wurde.

Mehr zum Thema:

Verbesserung der Radwege-Beleuchtung: Gute Aussicht

Am westlichen und östlichen Stadtrand ist der Rad-/Gehweg entlang der Landsberger Straße unbeleuchtet. Fehlende Beleuchtung bedeutet erhöhtes Unfallrisiko. Stadträtin Barbara Hagmann hat deshalb beantragt, die Beleuchtung auf diesen Streckenabschnitten zu ergänzen. Die Antwort aus dem Rathaus gibt Grund zur Hoffnung, dass ihr Bemühen zumindest teilweise erfolgreich sein wird. Zusammengefasst:

Für die Ortsausfahrt in Richtung Westen hat die Verwaltung von den Bayernwerken ein Angebot eingeholt. Derzeit wird geprüft, welche Art von Leuchten, wie viele und in welcher Höhe erforderlich sind. Die erforderlichen Geldmittel wurden im Haushalt eingeplant.

Problematischer ist die Ergänzung der Radweg-Beleuchtung in östlicher Richtung, da der unbeleuchtete Streckenabschnitt zum Großteil nicht zum Germeringer Stadtgebiet gehört, sondern auf Münchner Flur liegt. Laut Antwortschreiben will die Germeringer Verwaltung Kontakt zu den zuständigen Sachbearbeitern in München aufnehmen, um eine gemeinsame Lösung des Problems zu erreichen.

Erweiterung der Plakatierungsrichtlinien

Umweltreferentin Angelika Kropp-Dürr hat beantragt, die Verwendung von Einweg-Plakaten, die direkt auf einen Kunststoffuntergrund gedruckt sind, im Germeringer Stadtgebiet zu verbieten.

Zur Begründung ihres Antrags führt sie aus: Häufig werden Veranstaltungs- oder Wahlplakate auf Papier gedruckt und auf wiederverwendbare Plakatständer aufgezogen. Dabei ist der Einweg-Anteil auf das bedruckte Papier, einen nachwachsenden Rohstoff, reduziert.Es werden aber zunehmend vermehrt Einweg-Plakate eingesetzt, die direkt auf einen Kunststoffuntergrund gedruckt sind. Damit wird ein nicht nachwachsender Rohstoff (Erdöl) für eine einmalige Aktion verbraucht, der hinterher nur noch thermisch verwertet werden kann. Analog wie bei öffentlichen Veranstaltungen, bei denen ein hoher Mehrweganteil angestrebt wird, sollte auch bei der Werbung ein effizienter Umgang mit Rohstoffen angestrebt werden. Mit der bewährten und eingeführten Technologie der Plakatständer ist dies bereits heute gegeben. Daher soll die Verwendung von Einweg-Plakaten in Germering durch die Erweiterung der Plakatierungsrichtlinie ausgeschlossen werden.

Öko-faire Kleidung ist möglich. Es gibt sie. Aber ...

Was steckt eigentlich in einem T-Shirt? Mit dieser Frage eröffnete Verena Schmitt vom Umweltinstitut München ihren Vortrag im Nachasyl der Germeringer Stadthalle. Eingeladen hatten die GRÜNEN zu der Veranstaltung mit dem Titel „Schmutzige Wäsche – die wahren Kosten unserer Kleidung“.

Anhand eines konventionell erzeugten Baumwoll-T-Shirts zeigte Verena Schmitt in ihrem Vortrag die teils katastrophalen Auswirkungen der internationalen Textilproduktion auf. Ein T-Shirt besteht aus etwa 300 Gramm Baumwolle – 300 Gramm, in denen sich Umweltzerstörung und Ausbeutung von Menschen verbergen. Für Anbau und Verarbeitung von 300 Gramm Baumwolle werden etwa 4.000 Liter Wasser, 150 Gramm Pestizide und 700 Gramm Chemikalien und Farbstoffe benötigt. Die Schadstoffe werden teils ungefiltert entsorgt und vergiften Gewässer und Brunnen. Hinzu kommt, dass etwa 90 Prozent der Baumwollpflanzen gentechnisch manipuliert sind, die nach bisherigen Erfahrungen – entgegen den Versprechungen der Saatgut-Anbieter - langfristig zu einem Anstieg des Pestizid-Einsatzes führen.

Fair ist das nicht

Katastrophal ist nicht nur die Öko-Bilanz, sondern auch die Sozial-Bilanz: In unserer Kleidung steckt jede Menge Kinderarbeit und Ausbeutung. Näherinnen in Bangladesch erhalten Monatslöhne zwischen 30 und 60 Euro. Zur Sicherung ihres Existenzminimums müsste der Lohn drei- bis viermal so hoch sein. Das würde den Verkaufspreis des T-Shirts nur um wenige Cents erhöhen, da der Anteil der Lohnkosten gerade mal 1 Prozent ausmacht. Von den 10 Euro, für die das T-Shirt verkauft wird, entfallen Dreiviertel auf Einzelhandel und Werbung. Gesundheitsschutz, zum Beispiel Atemschutzmasken beim Ausbringen der Pestizide auf den Feldern oder beim Nähen in den staubbelasteten Fabriken, ist nahezu unbekannt.

Geht es auch anders?

Öko-faire Kleidung ist derzeit noch ein Nischenmarkt, aber es gibt sie. Sie zu finden, ist allerdings aus mehreren Gründen schwierig. Das beginnt mit dem Problem, dass – anders als bei Lebensmitteln - die Bezeichnung „bio“ bei Kleidung nicht geschützt ist. Die Pflichtangaben auf dem Etikett verraten nur wenig, ob und wieviel „bio“ in dem Kleidungsstück steckt. Beispielsweise müssen die zahlreichen Chemikalien, die im Produktionsprozess eingesetzt werden, nicht aufgelistet werden.

Auch die Vielzahl an Textilsiegeln – es gibt mehr als 100 mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten – sind nur bedingt eine Einkaufshilfe, da nicht alle Siegel vertrauenswürdig sind. Verena Schmitt empfahl, auf das GOTS-Siegel (GOTS = Global Organic Textile Standard) zu achten. Es hat die höchsten ökologischen und sozialen Standards.

Große Bedeutung für die Öko-Bilanz hat auch die Wahl des Materials. Nach Schmitts Worten ist Naturfasern zwar grundsätzlich der Vorzug zu geben vor Kunstfasern. Aber das Beispiel der Baumwolle zeigt, dass Naturfasern nicht automatisch als umweltfreundlich einzustufen sind. Der Anteil der Bio-Baumwolle an der global angebauten Baumwolle ist verschwindend gering: knapp 1 Prozent. Verena Schmitts Fazit: „Die Kleidung, die am längsten getragen wird, hat am Ende die beste Öko-Bilanz.“

Ein informativer Abend

Das Publikum bedankte sich mit viel Beifall für den exzellenten Vortrag und sorgte mit interessanten Fragen und Redebeiträgen für eine angeregte Gesprächsrunde.

Für unsere Kleidung zahlen andere

Vielen macht es Spaß: Kleidung kaufen. Ob billiges T-Shirt vom Discounter oder teure Marken-Hose – der Großteil unserer Kleidung wird zu Hungerlöhnen produziert, in Asien meist unter katastrophalen Arbeitsbedingungen und mit fatalen Umweltschäden, die die Lebensgrundlagen der dortigen Bevölkerung zerstören. Um nur ein Beispiel zu nennen: tote Flüsse und Seen und vergiftete Brunnen in der Umgebung von Färbereien. Es ist ein hoher Preis, den andere für unseren Wunsch nach immer mehr und möglichst billiger Kleidung zahlen müssen.

Das ist das Thema der Veranstaltung „Schmutzige Wäsche – die wahren Kosten unserer Kleidung“, zu der die Germeringer GRÜNEN am Montag, 17. Oktober um 20 Uhr in die Stadthalle, Raum Nachtasyl einladen.

Referentin des Abends ist VERENA SCHMITT vom renommierten UMWELTINSTITUT MÜNCHEN. Sie wird in ihrem Vortrag aber nicht nur die finsteren Seiten der Bekleidungsindustrie beleuchten. Verena Schmitt wird auch aufzeigen, welche Möglichkeiten wir – die Konsument*innen – haben, um beim Kauf und im Umgang mit Kleidung der gnadenlosen Ausbeutung von Mensch und Natur entgegen zu wirken. Damit unser Spaß an Kleidung nicht auf Kosten anderer geht.

Nach dem Vortrag ist Gelegenheit zum Fragen und Diskutieren. Der Eintritt ist frei.

Forderung nach Verbesserung der Radwege-Beleuchtung

Schulreferentin Barbara Hagmann, B'90/DIE GRÜNEN hat beantragt, die Beleuchtung des Radweges entlang der Landsberger Straße und Bodenseestraße zu ergänzen. Es geht, um genau zu sein, um die Streckenabschnitte an den Ortsausfahrten in Richtung Gilching bzw. München-Freiham. Die fehlende Beleuchtung ist insbesondere auf dem Rad- und Fußwegabschnitt nach Gilching ein Problem. Dort sind in den Morgen- und Abendstunden viele Radfahrer und Fußgänger auf dem Weg zur Arbeit und Schule unterwegs. Sie müssen sich einen einzigen, nicht sonderlich breiten Weg in beide Richtungen teilen. Bei schlechten Sichtverhältnissen, in der Dämmerung der Wintermonate besteht hier ein erhebliches Gefährdungspotential. Eine verbesserte Beleuchtung würde die Attraktivität des Radweges und damit des Radfahrens deutlich erhöhen. Sinngemäß gilt dies auch für den unbeleuchteten Radwegabschnitt in Richtung Freiham.

In einer detaillierten Analyse zeigt Barbara Hagmann in ihrem Antrag auf, dass der Aufwand zur Lösung des Problems nicht allzu groß wäre. In Richtung Geisenbrunn wären etwa 20 zusätzliche Straßenleuchten ausreichend, um die jetzige Lücke zu schließen. Um eine durchgehende Beleuchtung auf der Nordseite der Bodenseestraße nach Freiham zu erreichen, würden etwa 7 zusätzliche Straßenleuchten genügen.

Den Antrag im Wortlaut mit Begründung und Analyse finden Sie ≫hier.

Nein zu CETA! - Germering ist dabei

Das war knapp. Fast hätte unser Vorrat an Listen, mit denen die Unterschriften für die Beantragung des Volksbegehrens „Nein zu CETA!“ gesammelt wurden, nicht gereicht.

Der Aufbau unseres Info-Stands auf dem Germeringer Samstagmarkt war noch nicht fertig, als bereits die Ersten kamen, um sich in die Listen einzutragen. Der Andrang ebbte erst gegen Mittag ab.

Am Ende der Aktion zählten wir 238 (!) Unterschriften.

Nach Angaben der Organisationen, die das Volksbegehren initiiert haben, haben allein an diesem Samstag bayernweit mehr als 50.000 Stimmberechtigte den Antrag unterzeichnet, doppelt so viele wie für die Beantragung nötig.

Wir freuen uns, dass so viele Germeringer Bürger*innen zu diesem Erfolg beigetragen haben und bedanken uns bei allen Helfer*innen, zu denen auch unsere Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer (Foto) gehörte, die es sich trotz vollem Terminkalender nicht nehmen ließ, uns an unserem Info-Stand bei der Unterschriftensammlung zu unterstützen.

Der Marktplatz ist der falsche Standort für ein Tagungshotel

Das Tagungshotel (vulgo: Hotel), das nach dem Willen der Stadtratsmehrheit auf dem Marktplatz gebaut werden soll, sorgte am gestrigen Marktsonntag für Andrang an unserem Info-Stand. Interesse weckte insbesondere das von unserem Stadtrat Dr. Hadi Roidl angefertigte Modell, mit dem die Größe des Baukörpers eindringlich veranschaulicht werden konnte.

Ein Haus mit mindestens 100 – 120 Zimmern, mit ca. 600 qm für Veranstaltungen und Tagungen, ca. 600 qm für Gastronomie, ca. 300 qm für Fitness und Spa, … - kurzum: mit einer Bruttogrundfläche von ca. 5.200 qm, ergänzt durch ein Café mit Freischankfläche/Biergarten plus Einzelhandel im Erdgeschoss, wie im Auslobungstext des Wettbewerbs gefordert worden war, das ergibt nach Adam Riese zwangsläufig ein mächtiges Gebäude.

„Viel zu groß!“ - war an unserem Info-Stand unisono zu hören. Geht's nicht deutlich kleiner? Nein, denn ein (Tagungs-)Hotel muss, um wirtschaftlich zu sein, heutzutage mindestens 120 Zimmer haben und braucht in der 4-Sterne-Kategorie mehr als nur die Räume zum Übernachten. Fazit: Der Marktplatz ist der falsche Standort für ein Tagungshotel. Dort, wo es ideal platziert wäre, auf dem frei werdenden Areal nördlich vom S-Bahnhof, will es der Investor Gebr. Rossius nicht haben.

Es gibt auch keine Notwendigkeit, es in der Nähe zur Stadthalle zu bauen, denn mit der ca. 600 qm großen Konferenzzone und dem ebenso großen Gastronomiebereich wäre das Hotel für Veranstaltungen und Tagungen bestens ausgestattet und sowieso völlig unabhängig vom Angebot der Stadthalle.

MdB Dieter Janecek zu Gast in Germering

Die heutige Art zu wirtschaften ist nicht zukunftsfähig - weder ökologisch noch sozial. Dies war der Ausgangspunkt des Diskurses, den Dieter Janecek, wirtschaftpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Bundestagsfraktion, zum Auftakt des Themenabends „Nachhaltige Wirtschaft. Ist das möglich?“ führte. Eingeladen zu der gut besuchten Veranstaltung im Nachtasyl der Stadthalle hatten die Germeringer GRÜNEN.

In seinem Referat machte Dieter Janecek deutlich, dass eine zukunftsfähige Wirtschaft nicht nur Ökonomie und Ökologie in Einklang bringen muss. Sie muss auch Lösungen finden für die sozialen Probleme. Unser bisheriges Wirtschaften hat zwar viel Wohlstand geschaffen, aber der Wohlstand ist ungleich verteilt. Die Gleichzeitigkeit von drastischer Armut und gigantischem Reichtum bedroht den (sozialen) Frieden und ist weltweit eine der Ursachen für Konflikte und Kriege. Janecek zeigte sich jedoch optimistisch, dass eine Transformation unseres heutigen Wirtschaftens, die Überwindung der Wachstumsideologie hin zu einer menschen- und umweltgerechten Wirtschaft, die auf fairem Wettbewerb basiert und echten Wohlstand schafft, möglich ist.

Seine These: „Dank technischer und sozialer Innovationen haben wir die besten Ausgangsbedingungen umzusteuern. Und viele ermutigende Beispiele zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften gelingen kann." Drei positive Ereignisse im letzten Jahr zeigen zudem, so Janecek, dass zumindest die Bedeutung des Klimawandels nicht mehr geleugnet wird und der Wille vorhanden ist, gegen zu steuern: Das G7-Abschlussdokument, der Pariser Klimagipfel und die Ökologieenzyklika von Papst Franziskus.

Sein Diskurs erntete viel Beifall und bot reichlich Stoff für die anschließende Diskussion.

Einhausung der A96 zum Solarpark machen

[Pressemitteilung des Ortsverbands]

Wie kürzlich in der Presse berichtet wurde, haben die Windkrafträder im Landkreis Fürstenfeldbruck ihre Arbeit mit großem Erfolg aufgenommen und bereits mehr Energie produziert als ursprünglich geplant war. Die Germeringer GRÜNEN gratulieren den Stadtwerken FFB zu diesem positiven Ergebnis. Gerade jetzt, zum Jahrestag der Kernkraftkatastrophe in Tschernobyl und anlässlich der neuesten Daten zur Klimaerwärmung ist nur allzu deutlich, wie wichtig solche Erfolge der Energiewende sind. Umso mehr hoffen wir, dass sich in Germering ähnliche Projekte realisieren lassen.

Bereits 2010 hat die grüne Stadtratsfraktion in einem Antrag gefordert, dass die Stadt die geplante Lärmschutzbebauung an der Autobahn A96 als Photovoltaikfläche nutzen soll. In der Begründung zum Antrag schrieb die damalige Fraktionssprecherin Michaela Radykewicz: „Ein solch großflächiges, neu zu erstellendes und damit stabiles Bauwerk, wie es die Lärmschutzwände entlang der A 96 sein werden, nach Süden ausgerichtet, bietet sich geradezu an, es als Träger für Solarpaneele zu nutzen. Dadurch kann Germering seinen Teil zur Energiewende im Landkreis beitragen.“

Die Bauarbeiten an der Lindauer Autobahn beginnen noch in diesem Jahr. Damit sollte der Weg bald frei sein für ein sichtbares Germeringer Energiewendeprojekt in Form eines Solarparks an der A96.

Germerings Wohn- und Lebensqualität verbessern

Am 1. März hat der Stadtrat einstimmig den Haushalt 2016 und den Finanzplan aus Investitionstätigkeit bis 2019 beschlossen.

Agnes Dürr (Foto), Sprecherin der GRÜNEN Fraktion, bezeichnete in ihrer Haushaltsrede den städtischen Haushalt und Finanzplan als "ausgewogen und solide". Es genügt nach ihren Worten aber nicht, die gute soziale Infrastruktur Germerings zu erhalten. Es müssten Strategien überlegt werden, wie die Stadt nachhaltig Vermögen schaffen kann - im Privatbereich würde man sagen: ansparen, um vorausschauend agieren zu können. Als Beispiel nannte sie u.a. den sozialen Wohnungsbau. Die hohen, ständig steigenden Mieten machen es Geringverdienern und sozial Benachteiligten immer schwieriger, in Germering wohnhaft bleiben zu können. Langfristiges Ziel muss es sein, dass sich mehr Wohnungen im Eigentum der Stadt befinden.

In ihrer Haushaltsrede ging Agnes Dürr auch auf die Pläne zur Bebauung des Markt-/Stadtplatzes ein. Ihr Appell: Man solle sich mehr  an den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger orientieren als an dem Anspruch "städtischer" zu werden. Andere Städte setzen inzwischen wieder mehr auf Grün- und Freiflächen in der Innenstadt, doch müssten sie anderswo erst aufwändig geschaffen werden. Germering hat die Chance, den zentralen Freiraum frei zu lassen und mit einfachen Mitteln attraktiver zu gestalten. Diese Chance gilt es zu nutzen.

Daxenberger-Biograf Franz Kohout zu Gast in Germering

Es war eine heikle Terminkollision. Während am Mittwochabend im Fernsehen der Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg gezeigt wurde, waren – was niemanden überraschte - im Nachtasyl der Germeringer Stadthalle nicht alle Plätze besetzt. Dort begrüßte Ralph Rückerl, Sprecher des Ortsverbands der GRÜNEN, die Gäste zur Lesung des Buches „Sepp Daxenberger – eine grüne Biografie“. Geschrieben hat es Dr. Franz Kohout, Professor für Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg. 

Dass es kein lustiger Abend werden würde mit heiteren Anekdoten und legendären Sprüchen aus dem Leben Sepp Daxenbergers, wurde gleich zu Beginn klar. Mit dem tragischen, viel zu frühen Tod Sepp Daxenbergers und seiner Frau Gertraud, die 2010 ebenfalls einem Krebsleiden erlag, stieg Kohout in seine Lesung ein.

Es folgten Beschreibungen einiger markanter Episoden auf dem Weg Daxenbergers vom „Bauernbuam“, der in einem von der CSU, dem Bauernverband und der katholischen Amtskirche geprägten Umfeld lebte, hin zu einem charismatischen und pragmatischen Politiker, der über die Parteigrenzen hinweg geachtet und beliebt war. Passagen aus dem Leben Daxenbergers wechselten mit Kohouts Schilderung der politischen Zustände in Bayern Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre und der Gründungsjahre der bayerischen Grünen, in denen sie jeglichen „Star“-Kult ablehnten.

Nach der Lesung war Gelegenheit für ein angeregtes politisches Gespräch, bei der auch die Frage gestellt wurde, was Daxenberger hinterlassen habe. Franz Kohouts Antwort: „Er hat vielen Menschen das Vertrauen in die Politik zurückgegeben. Und er hat ihnen Hoffnung auf eine gerechtere, solidarischere und lebenswertere Welt gegeben.“

Hotel an der Stadthalle: Der Masterplan nennt Alternativen

Leserbrief von Ralph Rückerl, Sprecher der Germeringer GRÜNEN zum Zeitungsartikel "Hotel an Stadthalle ist Teil des Masterplans" in Merkur/FFB vom 1.2.2016:

Die Mehrheit, von der Herr Oberbürgermeister Haas spricht, ist die Mehrheit im Stadtrat. Es ist nicht die Mehrheit der Germeringer Bevölkerung. Wer mit den Bürgern spricht, erkennt schnell, dass eine massive Bebauung vor der Bibliothek nicht gewünscht wird.

Die Vorschläge der Architekten ähneln erschreckend den Plänen, die 2008 mit überwältigender Mehrheit im Bürgerentscheid abgelehnt wurden. 74 Prozent stimmten damals für die Aussage "Sind Sie für den Erhalt des Platzes Ecke Landsberger Straße / Untere Bahnhofstraße als Freifläche und damit gegen die Errichtung eines Hotels auf diesem Platz?". Die Stadtpolitik muss erst noch erklären, warum das heute anders sein sollte. 

Der Hinweis auf den Masterplan des Stadtentwicklungsprozesses kann nur ein Alibi darstellen. Dort ist zu lesen: "Mögliche Nutzungen sind Einzelhandel, Gastronomie, Funktionen des Rathauses (Bürgerbüro, Stadtinfo), Kultur, VHS, Kino, Hotel." Ein Hotel war also nur eine von zahlreichen Alternativen. 

Mag sein, dass Germering ein Hotel der gehobenen Kategorie brauchen kann. Noch ist die Stadt den Nachweis allerdings schuldig. Es gibt bislang kein entsprechendes Gutachten. Der Investor, der das Gebiet um das alte Hotel Huber umplanen soll, hat ein vergleichbares Bedarfsgutachten für die Lage am Bahnhof in Auftrag geben lassen. Dass er nun kein Hotel am Bahnhof mehr errichten will, kann nur an fehlender Rentabilität liegen. Warum aber sollte ein Hotel nur 200 Meter entfernt besser funktionieren? Warum sollte die Stadt also ihr kostbarstes Grundstück an einen Investor verscherbeln, für ein wirtschaftlich fragwürdiges Hotel? 

Der Stadtrat sollte besser das Nutzungspotential und die Aufenthaltsqualität des Stadtplatzes verbessern, anstatt sich an einem Thema abzuarbeiten, welches die Bürger längst für erledigt hielten. Für die optische Fassung des Platzes ist ein kleiner Baukörper mit Gastronomie und Ausstellungsflächen durchaus ausreichend. Ein solches Projekt könnte die Stadt selbst finanzieren, ohne Verkauf des wichtigsten städtischen Grundstücks.

Ralph Rückerl
Sprecher des Ortsverbands Germering von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN