Info-Abend über Gen-Technik

Einen umfassenden Überblick über den Einsatz von Gentechnik in der Lebensmittelherstellung und der Agrarindustrie bekamen die Zuhörer des Vortrags "Gentechnik - Alles im Griff? Alles klar?" geboten, den die Germeringer Grünen am vergangenen Montag organisiert hatten.

Die Biologin Frau Dr. Mertens, die auch für den Bund Naturschutz arbeitet und Mitglied in der Zentralen Kommission für Biologische Sicherheit war, bezog sich unter anderem auf die Folgen, die der massive Einsatz von herbizidresistenten Pflanzen nach sich zieht. So ist die von der Industrie versprochene Einsparung an Unkraut-Vernichtungsmitteln nicht eingetreten. Deren Verbrauch ist ganz im Gegenteil stark gestiegen, im Falle von Baumwolle beispielsweise um über 200% innerhalb von nur 15 Jahren. Diese Entwicklung macht nicht nur die Bauern abhängig von der Industrie, sondern ist auch verantwortlich für Giftstoffe in Umwelt und Lebensmitteln.

Als weitere ernstzunehmende Nebenwirkung von gentechnisch veränderten Pflanzen gilt vor allem die Entstehung von Antibiotikaresistenzen und Herbizidresistenzen. Kontamination mit artfremden Genen und deren Auskreuzung stellen weitere unkalkulierbare Gefahren dar, insbesondere, da gentechnische Organismen grundsätzlich nicht rückholbar sind, sollte deren Ausbreitung Probleme bereiten.

Die Referentin bemängelte das Fehlen ausreichend unabhängiger Risikoforschung auch in unserem Land und betonte, dass zwar gentechnisch veränderte Lebensmittel in Deutschland gekennzeichnet werden müssen, dass dies jedoch nicht für Fleischprodukte gilt, die unter Verwendung von gentechnischen Futtermitteln produziert sind. Für den kritischen Verbraucher lohnt es sich also den Metzger zu fragen, denn das deutsche Label "ohne Gentechnik" ist lediglich freiwillig. Auf jeden Fall gilt: Bio ist grundsätzlich gentechnikfrei und auch Brucker-Land Produkte werden ohne Gentechnik hergestellt.

In der abschließenden Diskussion wurde es als bezeichnend für die Unwägbarkeit dieser Technologie gedeutet, dass die Versicherungsbranche sehr zögerlich ist, gentechnische Risiken überhaupt zu versichern.



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