08.09.2013

Schockierende Aufnahmen aus der Neo-Naziszene

"Blut muss fließen", so heißt der Dokumentarfilm, den der Ortsverband der Germeringer GRÜNEN mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Sepp Dürr am vergangenen Donnerstag im voll besetzten Nachtasyl der Germeringer Stadthalle zeigte.

Undercover tauchte der Journalist Thomas Kuban für seinen Film in die erschreckend brutale Neonazi Szene ein, wo rechtsradikale Musik als Einstiegsdroge benutzt wird, um Jugendlichen das menschenverachtende Weltbild der Neonazis näher zu bringen. Auf vielen Rechts-Rock-Konzerten konnte Kuban mit versteckter Kamera Gesetzesverstöße in Form von Volksverhetzung und Anstiftung zur Gewalt nachweisen und zur Anklage bringen.

Im Anschluss an die Vorführung erläuterte der Regisseur Peter Ohlendorf die Hintergründe zum Film, der bereits auf der Berlinale 2012 gewürdigt, aber immer noch nicht im öffentlich rechtlichen Fernsehen gezeigt wurde.

Die intensive Diskussion mit den 60 Personen im Publikum wurde von Sepp Dürr geleitet. Geschockt zeigten sich die Zuschauer von der Verharmlosung der rechten Szene, sowohl durch die Bevölkerung, aber auch durch Polizei und Regierungsinstitutionen. Während seit der Wiedervereinigung weit über hundert Todesopfer als Folge rechter Gewalt zu beklagen sind, setzt der Staat noch immer sein Hauptaugenmerk auf den Linksextremismus, dem im gleichen Zeitraum keine Todesfälle zuzuordnen sind. Einige Zuschauer, die in den letzten Tagen am Flüchtlingsmarsch von Asylbewerbern durch Bayern teilgenommen hatten, berichteten von Unverständnis und unangebrachter Gewaltanwendung durch bayrische Beamte. Sie machten klar, dass die weit verbreitete unterschwellige Fremdenfeindlichkeit unserer Gesellschaft der Nährboden für rechtsextreme Umtriebe ist.



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