2.11.2014 - Antrag von Schulreferentin Barbara Hagmann, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h in der Kriegerstraße

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Andreas Haas,

bereits 2013 formulierten Anwohner der Kriegerstraße ihre Bedenken zur Verkehrssicherheit in ihrer Straße und forderten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Insbesondere aufgrund der Nähe mehrerer schulischer Einrichtungen muss ich mich als Schulreferentin dieser Ansicht dringend anschließen.

Antrag:

Ich beantrage daher, eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h in der Kriegerstraße einzuführen (gemäß §45 Abs.1, 1a, 1b und §45 Abs.9 StVO).

Begründung:

Die Straßenbreite von ca. 6,10 bis 6,40 Metern ist durch wechselseitig parkende Fahrzeuge annähernd durchgängig auf etwa 4 Meter begrenzt. Damit ist die Kriegerstraße für Kraftfahrzeuge praktisch eine einspurige Straße. Selbst für Autos und entgegenkommende Fahrräder ist diese Fahrbahnbreite sehr eng und gefährdungsträchtig. Immerhin legt die geltende Rechtsprechung einen seitlichen Abstand von jeweils 1,50 Metern zwischen Fahrrädern und überholenden, sowie parkenden Kraftfahrzeugen fest.

Bei Gegenverkehr verleitet die wechselseitige Parksituation die Autofahrer unweigerlich dazu, an den Engstellen schneller zu fahren, um schnell die Ausweichzonen zu erreichen.

Weiterhin führt die wechselseitige Parksituation dazu, dass Fahrradfahrer immer wieder durch parkende Autos verdeckt werden, und in die Fahrbahnmitte einschwenken müssen. Dies ist für Autofahrer und Fahrradfahrer beiderseitig eine sehr unübersichtliche und gefährliche Situation.

Auch Fußgänger werden immer wieder gezwungen auf die Straße auszuweichen, da die Gehwegbreite auf der gesamten Länge der südlichen Straßenseite viele Engstellen aufweist, die Wegbreiten von unter 50 cm haben (an einer Stelle nur 35 cm, ohne Bordsteinkante gemessen). Auch die Absenkungen an Grundstücksausfahrten haben durch die geringe Breite des Bürgersteigs eine so starke Steigung, dass z.B. Kleinkinder mit Roller oder Personen mit Rollatoren große Probleme haben und immer wieder versehentlich oder gezwungenermaßen auf die Straße geraten.

Eine weitere Gefährdung stellen auch die oft überaus unübersichtlichen Grundstücksausfahrten beim Ein- und Ausfahren dar.

Der Gefährdungsschwerpunkt der Kriegerstraße liegt an der Kreuzung zur Kreuzlingerstraße. Hier ist die Fahrbahn der Kriegerstraße auf 5,20 Meter begrenzt. Fahrradfahrer werden durch den in die Fahrbahn hineinragenden Gehweg auf den Fußgängerbereich gezwungen, ohne von hier aus erkennbar weitergeleitet zu werden. Entweder, sie weichen in die Mitte der hier verengten Fahrbahn aus, oder sie fahren auf den Bürgersteig und kommen hier unweigerlich mit Fußgängern in Konflikt. Von Westen her kommend, verengt sich der Gehweg an der Kreuzung auf bis zu 59 cm und der für Fahrräder abgesenkte Bereich auf 63 cm.

Diese Kreuzungsgestaltung in Verbindung mit der extremen Verkehrsbelastung der Kreuzung zu Schulbeginn führt zu einer überaus unübersichtlichen und gefährlichen Situation.

Die Gefahren der Kriegerstraße sind sowohl den Anwohnern als auch der Verwaltung offensichtlich lange bewusst, denn nahe der Kreuzungen zur Pappelstraße bzw. zur Erikastraße sind zwei Warnschilder aufgestellt, die vor Kindern warnen und um freiwillige Verringerung der Geschwindigkeit auf 30 km/h bitten.

Die Kriegerstraße stellt einen bevorzugten Schulweg für die Schüler der Realschule, des Carl-Spitzweg-Gymnasiums, der Kleinfeldschule und des Kindergartens Kleiner Muck dar. Auch die Senioren des Pflegeheims Don Bosco kreuzen auf dem Weg zur Kirche oft die Kriegerstraße. Zudem ist in der Kriegerstraße ein Mehrgenerationenhaus geplant. Diese Verkehrsteilnehmer erfordern eine besondere Sorgfalt der Verkehrsgestaltung.

Eine offizielle Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h ist angesichts der angesprochenen Situation daher dringend geboten.

Einen daraus resultierenden Nachteil für den Verkehrsfluss kann ich nicht erkennen. Das Befahren der Gesamtlänge der Kriegerstraße von 1200 Metern würde bei einer Geschwindigkeit von konstant 30 km/h lediglich 36 Sekunden länger dauern als bei konstant 40 km/h. Aufgrund der heutigen Situation, die vom Warten in den Ausweichstellen und Beschleunigen in den einspurigen Bereichen geprägt ist, ist auch derzeit schon keine durchgängige Geschwindigkeit von 40 km/h möglich und der Zeitunterschied daher in der Realität deutlich geringer.

Die Vorteile sind dagegen überzeugend:

Der Anhalteweg würde sich um 6,6 Meter verringern, wobei der Reaktionsweg dazu führt, dass ein Auto nach der Strecke, nach der man bei 30 km/h bereits steht, bei 40 km/h gerade erst angefangen hat zu bremsen (Anhalteweg bei 30 km/h = 13,3 m, bei 40 km/h 19,9 m; wobei ein Fahrzeug mit zunächst 40 km/h nach 13,3 m noch immer 35 km/h schnell ist). Die Energie eines Aufpralls beträgt bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h nur 56% der Energie, die bei einem Aufprall von 40 km/h entsteht.

Aus diesen Gründen beantrage ich die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auf der Kriegerstraße.

Mit freundlichen Grüßen

Barbara Hagmann

URL:http://www.gruene-germering.de/aus-dem-stadtrat/antraege-2014-20/kriegerstr-11-2014/